Unsere Geschichte

Es war im Sommer 2006 als Ulrich Triebel der Stromverschwendung an der Universität in Landau einfach nicht mehr zusehen konnte. Der Heidelberger studierte zu dieser Zeit Grundschulpädagogik in Landau und war mit einigen Dingen am Campus gar nicht zufrieden. So gründete er kurzerhand die Umwelt-Hochschulgruppe oder wie wir sie mittlerweile nennen die Umweltgruppe.

„Es ist nötig, etwas in Gang zu bringen.“

Gründungsplakat
Plakat zum Gründungstreffen der Umweltgruppe (Foto: Umweltgruppe)

Uli, der sich schon zu Schulzeiten im Umweltschutz engagierte, war davon überzeugt, dass an der Universität etwas in Gang gebracht werden müsse, um auch hier Umweltschutz zu betreiben. So rief er am 22.11.2006 zu einem Gründungstreffen im damals schon beliebten Brennans in der Landauer Theatherstraße ein. Mit insgesamt 13 Studierenden begann an diesem Tag die Geschichte der Umweltgruppe der Uni Landau.

Die ersten Projekte der Gruppe hatten noch eindeutigen Umweltschutzcharakter. So ging es um das Stromsparen in Räumen der Universität, das Ausschalten von nicht benötigten Kopierern oder das Verwenden von Recyclingpapier.

Blog
Ulrich Triebel zu Studienzeiten (Foto: Ulrich Triebel)

Das heute immer noch gängige Lichtschalterleitsystem an der Uni mit dem Ziel, durch die gezielte Beleuchtungswahl Strom zu sparen, war somit die erste große Aktion der Umweltgruppe.

Ein weiteres Projekt aus der Anfangsphase der Hochschulgruppe sind die Papiersparkisten. Diese wurden in Räumen des Rechenzentrums aufgestellt und wenn jemand beispielsweise Seiten ausgedruckt hat, welche er oder sie nicht mehr braucht, so können diese in den Kisten abgelegt werden und wer Bedarf an Schmierpapier hat, kann sich dort bedienen.

In „Das Blatt – Zeitung der Fachschaft Umweltwissenschaften“ gab es im Sommersemester 2007 ein Interview mit Uli, in dem er die Hintergründe der Gruppe und die anstehenden Projekte erläutert.

Interview Das Blatt
Interview mit Ulrich Triebel zur Umweltgruppe (Copyright: Das Blatt)

Nachfolgenden sind chronologisch die wichtigsten Projekte der Umweltgruppe aufgeführt.

2007

Logo UG mit adresse
Erstes Logo der Umweltgruppe (Foto: Umweltgruppe)

Neben dem Lichtschalterleitsystem führt die Umweltgruppe Papiersparkisten im Rechenzentrum zur Papiereinsparung und -wiederverwertung.

Die Gruppe informiert an einem Infostand zu alternativen Stromanbieter und ist erstmals auch mit einem Stand auf dem Sommercafé vertreten.

2008

Es gelingt der Umweltgruppe, Recyclingpapier an der Uni zu verankern. Im Rechenzentrum, in den Kopiereren und teilweise auch in der Hausdruckerei wird nun recyceltes Papier verwendet.

Auch wird die offizielle E-Mail-Adresse (umweltgruppe@uni-landau.de) eingerichtet.

2009

Erstmals zeigt die Umweltgruppe einen Film mit Bezug zu Nachhaltigkeit. Die Dokumentation „Uranium – is it a country?” (2008) thematisiert die Spurensuche nach der Herkunft von Atomstrom und wird ergänzt durch eine, von der Umweltgruppe organisierte, Posterausstellung zum Thema Atomkraft.

Es gibt eine Lichtmessung an der Uni und die Umweltgruppe zeigt mit „Home“ (2009) einen zweiten Dokumentarfilm in diesem Jahr.

2010

Die erste Auflage des Einkaufsführers für nachhaltigen Konsum in Landau wird herausgegeben. Das Heft gibt nicht nur Studierenden sondern auch Landauerinnen und Landauern eine Orientierung, worauf sie beim Einkaufen achten können. Hiermit erweitert sich der Fokus der Umweltgruppe über die Grenzen der Uni hinaus und ab nun soll auch Landau selbst nachhaltige Impulse erhalten. Weitere Auflagen des Einkaufsführers folgen 2011, 2013, 2017 und 2019.

Auch findet in diesem Jahr der erste Tag zur Nachhaltigkeit (TzN) statt, an welchem die Umweltgruppe vertreten ist. Auch an den weiteren TzN-Veranstaltungen 2012, 2014, 2015, 2017 und 2019 wird mitgewirkt.

Im Sommersemester zeigt die Umweltgruppe „Jagdzeit“ (2009), eine Dokumentation über eine Gruppe von Walfanggegnern im Südpolarmeer und ihren Kampf gegen die japanischen Walfangflotte.

2011

Das Jahr beginnt mit der Dokumentation „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ (2010). Zu dieser Reportage über Energieversorgung aus ausschließlich erneuerbaren Quellen bietet die Umweltgruppe Getränke, Süßigkeiten und Bio-Sandwiches an.

In Reaktion auf die Nuklearkatastrophe in Fokushima ruft die Umweltgruppe zur Teilnahme an der Montagsdemonstration am 14.03.2011 auf dem Stiftsplatz auf.

Für den Film im Sommersemester „Plastik über alles“ (2008) hat sich die Umweltgruppe etwas Besonderes ausgedacht. Auf 12 umgebauten Fahrradergometern durften die Gäste für ihr Kinovergnügen strampeln.

Zum Jahresabschluss startet die „Bottled Water free Campus Campaign“ und die Gruppe organisiert einen Infostand am Weihnachtsbasar im Atrium, in Kooperation mit GEW/DGB-Hochschulgruppe. Hierbei geht es um virtuelles Wasser sowie nachhaltige Getränkeflaschen.

2012

Die Umweltgruppe zeigt in Kooperation mit dem Unikino den Film „Good Food Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ (2010) mit einer anschließenden Podiumsdiskussion. Dazu gibt es vegetarische Sandwiches.

Beim Sommercafé bietet die Gruppe einen Kleidertausch an.

Im Laufe des Sommersemesters arbeitet die Umweltgruppe an der Mensa-Umfrage zur Ökologisierung der Gerichte mit und organisiert das erste Bio-Essen in der Mensa.

Mit dem gezeigten Dokumentarfilm „Kaufen für die Müllhalde“ (2010) wird auf die geplante Obsoleszenz aufmerksam gemacht, die vom Hersteller absichtlich eingeschränkten Lebensdauer von Produkten, die den Absatz von Ersatzprodukten erhöhen soll. An der anschließenden Podiumsdiskussion nimmt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen teil.

2013

Die Dokumentation „The Economics of Happiness“ (2011), die die Umweltgruppe mit dem Unikino zeigt, legt das Augenmerk auf das Glück und Wohlbefinden in Relation zur Wirtschaft. Im Anschluss diskutiert das Publikum mit Prof. Dr. Thomas Müller-Schneider (Experte für Lebensstile und sozialen Wandel), Marco Zuschlag (KAFFEEHAUS Akzent) und Jenni Follmann (BUND Landau) über die Frage, ob und wie auch wir in Landau unser Handeln so gestalten können, dass es lokal und nachhaltig ist sowie zu unserem Wohlbefinden beiträgt.

Auch ist in diesem Jahr die Geburtsstunde der Facebook-Seite der Umweltgruppe. Ab nun ist die Hochschulgruppe auch in den sozialen Medien vertreten.

Die Gruppe nimmt am Tag zur Elektromobilität teil und führt in Kooperation mit der „Green up your College“ Gruppe aus Worms den Campus Cup ein.

Umweltgruppenlogo RGB
Logo seit 2013 (Foto: Umweltgruppe)

Es wird der Film „Water Makes Money“ (2010) gezeigt und die Gruppe bekommt ein neues Logo.

Zum Abschluss des Jahres veranstaltet die Umweltgruppe erstmals einen Naturkosmetik-Workshop, bei dem Studierende lernen, Shampoo, Seife und Deospray selbst aus nachhaltigen Rohstoffen herzustellen. Der Workshop erfreut sich großer Beliebtheit und wird jährlich wiederholt.

2014

Der erste Film des Jahres, den die Umweltgruppe zeigt, ist „Climate Crimes“ (2012), welcher Verbrechen aufdeckt, die im Namen des Klimaschutzes begangen wurde: Wasserkraftwerde, Biodiesel- und Biogasproduktion.

Der zweite Film „More Than Honey“ (2012) informiert über die Rolle der Biene als Ernährerin des Menschen, aber auch über das vermehrte Bienensterben, das weltweit zu beobachten ist.

2015

Das Format „Film mit Podiumsdiskussion“ hat sich zweifeilsohne als sehr erfolgreich erwiesen und etabliert. Die Umweltgruppe zeigt die Dokumentation „No Impact Man“ (2009), in der eine New Yorker Familie ein Jahr lang versucht, ohne Einwirkung auf die ökologische Umwelt zu leben. Unter anderem Dieter Renner (Landwirt aus Böbingen) diskutiert mit dem Publikum über die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt.

Isabell und Doreen geben ein Interview in der Rheinpfalz zu Nachhaltigkeit, Bio-Klischees und dem Veggi-Day.

Um die Ernährung der Weltbevölkerung im Jahr 2050 dreht sich der Film „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt“ (2015), den die Umweltgruppe im Sommersemester zeigt.

2016

Zur Diskussion nach dem Film „The True Cost – Who pays the price for our clothing“ (2015), der die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen der Kleidungsproduktion thematisiert, hat die Umweltgruppe prominenten Besuch. Christiane Schnura (Deutschland-Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung) ist extra nach Landau angereist und diskutierte zusammen mit Fabian Krüger (Get Lazy), Rüdiger Stein (DGB Region Vorder- und Südpfalz) und dem Publikum über sozial und ökologisch nachhaltige Kleidungsproduktion.

Anlass für den Film war auch die Eröffnung der H&M-Filiale in der Landauer Fußgängerzone. Hier ist die Umweltgruppe mit einem Infostand und Kleidertausch vertreten, der Passant*innen zum Nachdenken anregen soll. Verteilt wird dort unter anderem die Entscheidungshilfe zum Klamottenkauf.

Der Blog, auf dem du gerade die Geschichte der Umweltgruppe nachließt, ensteht.

Die Gruppe zeigt den Film „Sand Wars“ (2013) und diskutiert mit Jörn Ebeling (HeidelbergCement) über die Sandabbaubedingungen in Deutschland.

Zusammen mit der KHG, ESG und der Universitätsbibliothek Landau organisiert die Gruppe die Ausstellung „Glänzende Aussichten – 99 Karikaturen zu Klima, Konsum und anderen Katastrophen“.

2017

Die Umweltgruppte zeigt die Reportage „Power to Change – Die EnergieRebellion“ (2016) und macht eine Bio-Weinprobe auf dem Weingut Rummel in Nussdorf.

Es entsteht der YouTube-Kanal der Umweltgruppe und es werden erste Videos gedreht. Das Debut ist die Reportage über Unverpackt Landau, welche eine Reichweite von über 16.000 Ansichten auf Facebook verzeichnet. Auch produzieren wir einen Film über das Elektro Carsharing in Landau.

Ein wichtiger Meilenstein der Umweltgruppe ist das Wandercoaching durch das netzwerk n. Ein komplettes Wochenende verbringt die Gruppe mit den Wandercoaches Thorsten und Laura im Pfälzerwald und lernt viel über Gruppenarbeit, Projekte und Ideenfindung. Seit diesem Coaching organisieren wir uns auf der plattform n und sind Teil des Netzwerks.

Die Gruppe zeigt den Film „Before the Flood“ (2016) und führt statt einer Podiumsdiskussion eine interaktive Umfrage zum ökologischen Fußabdruck durch.

In der ersten Folge von MeetYourFarmer besucht die Gruppe mit einigen Studierenden den Obsthof Hellmann, der die Mensa der Uni Landau mit Äpfeln und Erdbeeren beliefert.

Die Stammtische der Umweltgruppe werden ins Leben gerufen.

2018

Das Jahr startet mit dem Mülltrennungsquiz im Atrium der Uni Landau und die Umweltgruppe zeigt den Film „A Plastic Ocean“ (2016).

Weiterhin geht es zur „Wir haben es satt„-Demo in Berlin und die Gruppe führt eine Handysammelaktion zur Renaturierung der Havel durch.

Die zweite Folge von MeetYourFarmer beginnt mit einer Umfrage der Mensagäste, die zeigt, dass insbesondere die Eier von großem Interesse sind und die Studierenden und Uni-Angestellten wissen möchten, wo diese herkommen.

Nach über zehn Jahren verlässt Sonja Pfister die Umweltgruppe.

Wir führen eine Umfrage zum Thema Mülltrennung am Campus durch. Sie zeigt, dass das Thema Mülltrennung den Studierenden und Mitarbeiter*innen wichtig ist und sie es für sinnvoll erachten. Als nächste Schritte steht der Besuch des Uni-Entsorgers in Neustadt an, danach treffen wir uns mit den Verantwortlichen der Uni und versuchen unser Müllwesen weiterzuentwickeln.

Das Sommersemester schließen wir mit einem Naturkosmetikworkshop ab.

Im Projekt MeetYourFarmer haben wir mit Studierenden einen Geflügelhof besucht, von dem die Eier für die Mensa kommen.

2019

Mit dem Film Das System Milch und einer kritischen Reflexion zu dem Thema beginnen wir das neue Jahr. Auch gibt es einen Verkostungsstand mit Kuhmilch und verschiedenen Pflanzenmilchvarianten.

Auch dieses Jahr sind wir auf der „Wir haben es satt“-Demo in Berlin.

Im März wird das Urban Gardening gestartet – wenn auch in diesem Jahr noch mit der Planungsphase. Aber die ersten Wurzeln werden gegraben, sodass im nächsten Jahr die ersten Pflänzlein des Projekts erblühen können.

Weitere Aktionen im Frühling sind unsere Müllsammelaktion im Pfälzerwald und unsere Tipps zum Frühjahrsputz.
Seit dem April im Jahr 2019 veröffentlichen wir jeden Monat einen Tipp, um Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen. Im Mai war es Naturkosmetik von der Wiese.
Und auch eine Idee zu einer Nachhaltigkeitschallenge, wie z.B. einer Minimalismus-Challenge kommt seit diesem Jahr fast monatlich.

Und auch der erste Kräuterbeete To Go – Workshop wird im Frühjahr 2019 angeboten und die Waldspaziergänge werden mit einem Essbare Wildpflanzen-Spaziergang eröffnet sowie die ersten Schnippeldiskos mit aussortiertem Gemüse (das sonst, weil es bestimmte Standards nicht (mehr) erfüllte, in der Tonne gelandet wäre!) organisiert.

Auf dem Landauer Tag zur Nachhaltigkeit sind wir mit dem Thema Nachhaltiger Tourismus vertreten.

Im Juli feiert unsere Reportage MeetYourFarmer – Das Eier-System an der Uni Premiere und im Nachgang gibt es noch eine Podiumsdiskussion zum Thema Tierwohl. Ein großer Erfolg ist, dass aufgrund des Projekts alle Studierendenwerke in Südwestdeutschland von Boden- auf Freilandhaltungseier umgestellt haben. An das Thema anknüpfend veranstalten wir den ersten veganen Kochkurs zum Thema Eifrei genießen.

Am 29.07. machen wir am Earth Overshoot Day mit einer Menschenkette auf dem Marktplatz auf die Ressourcenverschwendung aufmerksam.

Im August und Oktober finden unsere ersten Pilzseminare statt. An zwei Wochenenden kommen die Teilnehmer*innen zur Ökosystemforschungsanlage in Eußerthal, um die Pilze des Pfälzerwald kennenzulernen und Speisepilze von Giftpilzen zu unterscheiden.

Highlight des Jahres 2019 ist unser zweites Wandercoaching in Vorderweidental mit Mona und Hannah. Hier setzen wir uns intensiv mit unserer Gruppenstruktur, unseren Gruppentreffen und unserer Vision einer guten Welt auseinander und lernen uns noch besser kennen.

Wir bieten im Winter viele vegane Kochworkshops zu verschiedenen Themen an: Winterliche Suppen, Aufstrichen, Plätzchen und sogar einem Festtagsmenü – lecker :).

Im Dezember organisieren wir noch einen Naturkosmetikworkshop und einen Nähworshop, um kleine Weihnachtsgeschenke selbst herzustellen.

Den Abschluss des Jahres 2019 stellte dann unsere Weihnachtsfeier dar.

2020

Im Jahr 2020 starten wir mit einer winterlichen Pilzexkursion, um die Speisepilze des Winters zu entdecken.

Um die Mitglieder der Umweltgruppe und ihre Geschichten näher kennenzulernen, haben wir das Projekt Umweltgruppe hautnahe ins Leben gerufen. Hier wollen wir regelmäßig unsere Mitglieder interviewen & vorstellen. Den Anfang stellt Daniel dar.

Auch auf der  Wir haben es satt Demo in Berlin sind wir wieder dabei. Weitere Demos bei denen wir im Januar dabei sind, bilden natürlich die Klimastreiks in Landau. Auch im Januar gibt es wieder einen veganen Kochkurs zum Thema Wintergemüse.