Bei „Umweltgruppe hautnahe“ interviewen wir unsere Mitglieder und stellen ihre Geschichte und ihre nachhaltigen Lebensweisen vor. So habt ihr die Möglichkeit die Umweltgruppe besser kennen zu lernen und euch inspirieren zu lassen.     Viel Spaß beim Stöbern!

Wer bist du?

Hallo, ich bin Anja, 24 Jahre alt und komme aus Göppingen, das liegt so ungefähr zwischen Stuttgart und Ulm. Meine Eltern haben einen Nebenerwerbsbetrieb mit Schafen, Hühnern und Streuobstwiesen und haben beide einen landwirtschaftlichen Hintergrund.

Ich habe zuerst an der TU München angefangen Molekulare Biotechnologie zu studieren, bis ich im zweiten Semester gemerkt habe, dass Chemie so gar nichts für mich ist. In Stuttgart habe ich dann den Bachelor Studiengang Agrarbiologie für mich entdeckt. Nach meinem Bachelor habe ich eine einjährige Uni-Pause eingelegt und Praktika absolviert. Dabei hat mich ein Praktikum bei einer Landschaftsplanung so begeistert, dass ich mir diesen Berufszweig auch später sehr gut vorstellen kann.

Was studierst du?

Momentan studiere ich im Master in Landau Umweltwissenschaften. 

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Anja in ihrem Element

Daran ist tatsächlich ein alter Kollege aus der Landschaftsplanung „schuld“. Er hat mir Landau und den Master hier empfohlen.

Hobbys

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne draußen – sei es beim Wandern, Klettern oder Bouldern. Hauptsache in der Natur.

 

Wie lange bist du in der Umweltgruppe?

Ich bin erst seit diesem Semester Teil der Umweltgruppe und freue mich auf den Sommer, um bei einigen Projekten mitzuhelfen. Im Dezember habe ich auch beim Naturkosmetikworkshop gezeigt, wie man Lippenbalsam herstellt.

Wie bist du auf die Umweltgruppe gekommen?

Die Umweltgruppe habe ich durch das Pilzseminar im Herbst kennengelernt. Mir hat das damals sehr viel Spaß gemacht, ich fand die Menschen sehr sympathisch und hab mir gedacht – warum nicht auch mitmachen und aktiv werden? Zusammen kann man viel erreichen!

„Wenn man etwas verändern will, muss man auch zusammen aktiv werden.“

Wie gestaltest du deinen Alltag möglichst nachhaltig?

Das ist eine schwierige Frage, mir fällt das schon gar nicht mehr auf, weil das ja einfach mein Alltag ist. Aber ich verwende allgemein im Badezimmer wenige Produkte und sonst meine (Haar)Seifen, die Holzzahnbürste und einen plastikfreien Rasierer.

Außerdem liebe ich es selbst zu kochen – am besten mit Bio-Lebensmitteln aus dem Füllhorn, die regional und saisonal sind. Klar sind die Produkte etwas teurer, aber man schätzt diese dann auch mehr wert. Ich ernähre mich vegetarisch und bin quasi eine Flexiganerin. Man sollte bei der Ernährung Menschen aber auch nichts vorschreiben – so lange man Lebensmittel, wie z.B. Fleisch nicht in Massen sondern in Maßen verzehrt geht das schon in Ordnung.

„Wenn du mal Lust auf ein Schnitzel hast – then do it!“

Meine Kleidung kaufe ich zu einem großen Teil nur noch gebraucht und wenn, dann schaue ich, dass es faire Öko-Kleidung ist. Ich flicke und repariere auch gerne meine Kleidung.

Für dieses Semester habe ich mir meine ganzen Blöcke und Karteikarten bei einem fairen Onlinehandel bestellt (Memolife). Da gibt es wiederverwendbare Boxen, welche man zurückschickt, um Verpackungsmüll zu sparen.

Wo möchtest du dich selbst noch verbessern?

Mein Traum ist es eine plastikfreie Küche zu haben, mehr Minimalismus zu leben und mehr Dinge zu teilen oder gebraucht zu kaufen.

Wie stehst du zu den Big Five:

Weniger Fliegen: Man muss ja nicht exzessiv nicht-fliegen, nur versuchen, es bewusst zu machen und wenn dann auch zu kompensieren. Ich versuche möglichst den ÖPNV zu nutzen, oder auch das Auto. Fliegen versuche ich zu vermeiden.

Vegan essen: Hat auf jeden Fall einen sehr großen Einfluss auf den eigenen CO2-Fußabdruck und ich möchte gerne mehr vegan essen (ist ja super lecker!). Am liebsten hätte ich aber gerne für alles „faire Preise“, damit der/die Verbraucher*in auf einen Blick erkennen kann, welches Produkt eben CO2 (un-)freundlich, fair, etc. ist.

Kein Auto fahren: Da ich selbst keines habe, fällt mir das nicht wirklich schwer. Wenn man eines hat, ist es auch Gewohnheit und manchmal wohl auch Faulheit, es für Kurzstrecken zu nutzen. Auf lange Sicht kommt es aber auch auf meinen Wohnort und meinen Arbeitsplatz an, ob ich eines benötige oder nicht.

Ein Kind weniger: Das birgt auf jeden Fall ein sehr großes CO2 Spar-Potenzial. Allerdings habe ich mir selbst noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht.

Erneuerbare Energien nutzen: Ein super wichtiger Teil – zurzeit beschäftige ich mich auch im Studium mit erneuerbaren Energien.

 

Für welches Thema brennst du?

Für Ökologie, Naturschutz und eben auch speziell ökologische Landwirtschaft. Da kenne ich mich auch durch mein Studium gut aus. Vor allem die ökologische Landwirtschaft bietet ein sehr großes Potenzial, um unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

Der überwiegende Teil meiner Freund*innen lebt irgendwie mehr oder weniger nachhaltig – sei es durch Ernährung, Minimalismus oder den Beruf.

Mit dieser Landschaft ist Anja aufgewachsen – kein Wunder, dass ihr es die Landschaft also angetan hat 😉

Wie sieht es in deinem Umfeld zum Thema Nachhaltigkeit aus?

Meine Familie sieht mich wohl eher so als den „Öko-Hippie“. Obwohl meine Eltern eher konventionelle Landwirtschaft betreiben, machen sie unbewusst viele Dinge nachhaltig. Meine Schwester geht leider sehr oft mit dem Flugzeug in den Urlaub und liebt shoppen, hat mich aber auch neulich um Rat bei Körperseifen gefragt.

Hat dich ein Buch oder Film geprägt?

Am meisten hat mich meine Ökologie-Vorlesung an der Universität geprägt. Da bin ich zum ersten Mal mit dem Thema wirklich in Berührung gekommen. Auch gab es mal einen interessanten Vortrag über plastikfreies Leben an der Universität. Und im Diskurs mit meinen Kommiliton*innen haben wir uns wohl gegenseitig gepusht und weiterentwickelt, weil jede*r einen speziellen nachhaltigen Bereich in seinem/ihrem Leben hatte, der uns anderen dann quasi gezeigt wurde.

Blickst du hoffnungsvoll in die Zukunft?

So halb – halb. Gerade eben habe ich eine Serie über Klimakipppunkte in einem Online Journal entdeckt. Da ist dann schon alles sehr dramatisch. Aber ich hoffe, dass jetzt schnell Bewegung in die Klimapolitik, auch durch die „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ – Bewegung, kommt. Am besten ist es auch, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren, so kann man auch andere dazu motivieren und bewegen.

Was war das unnachhaltigste, was du je im Leben gemacht hast?

Das waren wohl meine Flugreisen – ein paar Städte-Trips mit meiner Schwester und Reisen nach Asien. Auch alte Gewohnheiten wie viel Fleisch essen, shoppen, viel Auto fahren, ….

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Mein Traum ist es möglichst viel Obst und Gemüse selbst anzubauen. Dafür wäre ein Garten sehr praktisch. Hoffentlich habe ich eine gute Work-Life-Balance und bin mit meinem Job zufrieden. Planen bringt nichts – es kommt meistens viel anders (und vielleicht sogar noch besser als man es sich vorgestellt hat).

Danke Anja für die spannenden Einblicke, die du in diesem Interview mit uns geteilt hast! Toll, dass du so für die ökologische Landwirtschaft brennst und Nachhaltigkeit bereits zum Alltag für dich geworden ist! 🙂

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